Veganes Erdäpfelgulasch

Veganes Erdäpfelgulasch

Ihr WunderVollen…♥ Manche Gerüche aus der Küche schenken einem sofort eine wohlige Wärme. Sie erzeugen wundervolle Erinnerungen und zaubern ein Lächeln ins Gesicht. So geht es mir bei dem Duft von geröstetem Zwiebel in Verbindung mit Kümmel und Paprika. Das bedeutet nämlich meistens, dass ein super heimeliges Gericht zubereitet wird…

VeganesErdäpfelgulasch

Oftmals saßen wir in meiner Kindheit mit durchgefrorenen Zehen nach wilden Schlittenfahrten beisammen. Erzählten gegenseitig von den mutigsten Abfahrten, den Sprüngen in Schneehaufen und wärmten unseren Körper dabei mit einer Schüssel Erdäpfelgulasch. Manche Essen ja die Wurst oder den Speck zuerst raus, andere die Kartoffeln. Gemeinsam haben wir wohl, dass jeder zum Schluss noch ein Stück Brot oder Gebäck zum ausputzen der Sauce übrig hat. Damit ja kein Tropfen in der Schüssel bleibt…Mhhhhhh…Noch ein Teller bitte!

Woher kommt Gulasch?

Aus Ungarn! Es bedeutet übersetzt Hirte. Deutet also auch schon auf den Ursprung dieses herrlichen Essens hin. Es entstammt aus den Kochtöpfen der Rinderhirten und ist mit einem französischen Ragout vergleichbar. Da es ebenso lange vor sich hin köchelt.

Was gehört in ein Gulasch?

Nun, jeder Fleischtiger würde jetzt sofort RIND rufen…Und dem ist auch so. In ein traditionelles Gulasch gehört Rindfleisch. Fettes Rindfleisch, scharf angebraten und stundenlang weich geschmorrt, bis es auseinanderfällt. In manchen Teilen Ungarns gab es auch Pferdegulasch PfuiPfui, was jedoch fast nur Bauern verspeisten. Ich meine Erdäpfel! Warum erzähle ich euch weiter unten.

Österreich, Gulasch und die Eigenständigkeit eines ganzes Landes:

In Zeiten der Österreich – Ungarischen Monarchie bestanden die Ungarn darauf, dass Gulasch ihr Nationalgericht wurde. Gulasch wurde so zum Symbole der Eigenständigkeit dieses Landes und fortan in sämtlichen Kochbüchern beschrieben. Das Landessen aus dem Kessel schaffte es so in sämtliche wohlhabende Küchen der Adeligen und wurde berühmt. Nebenbei entstanden sehr viele Varianten dieser Speise. Vom Wiener Fiaker Gulasch mit Semmelknödel, Spielgelei plus Essiggurkerl, über das Szegediner Gulasch mit Sauerkraut und Kartoffelknödel, bis hin zum Erdäpfelgulasch. Und noch vielen mehr. Wie die Bohnensuppe, welche wir Österreicher jedoch niemals zum Gulasch zählen würden – Da viel zu flüssig.

Paprika und Gulasch:

In ein echtes Gulasch gehört kein Paprika! Das würde dir ein echter Ungar niemals verzeihen. Überhaupt mögen die Ungarn unser Gulasch nicht. Das ist nämlich viel zu cremig und würzig. Dieses amerikanische Paprika – Zeug hat ihrer Meinung nach in einem echten, ungarischen Gulasch auch nichts verloren. In dieses kommen nur Zwiebel + Fleisch + Schweineschmalz + Kümmel + Salz + Wasser und jede Menge Zeit. Darum wurde kurzerhand das Kesselgulasch erfunden. In welches ganz viel Gemüse rein darf. Eine Mischung aus Erdäpfel- und Rindsgulasch, nur flüssiger. Ihr merkt schon – die Ungarn nehmen es sehr genau mit dem Gulasch.

Die Sache mit dem Kessel:

In Ungarn gibt es bis heute Gulasch Wettbewerbe. Kein Witz! Meistens auf großen Feldern mit Lagerfeuerplätzen und dauert meist 2 Tage. Bei diesen Wettbewerben geht es richtig zur Sache. Jeder Koch hat seine eigene Taktik. Die einen schwören auf uralte Rezepte – manche auf moderne Varianten und fast alle beten ihren Gulaschkessel an. Dieser muss aus gutem Edelstahl sein und die stundenlange Hitze des Lagerfeuers aushalten. Eine Jury entscheidet am Ende, wer sich ein Jahr lang „Ungarischer Gulaschkoch des Jahres“ nennen darf. Was eine sehr große Ehre ist.

Die Sache mit dem Lagerfeuer wird tatsächlich bis heute in einigen ungarischen Familien praktiziert. In ganz vielen Hinterhöfen gibt es Feuerstellen die angeheizt werden, um Gulasch oder Fischsuppe zu kochen. Weshalb wir „neumodernen“ Gulaschköche mit unseren Kochtöpfen von vielen Ungarn ausgelacht werden. Falls ihr also heuer einen traditionellen Silvester Mulatschak (ungarisches Wort für Megaparty) veranstaltet, kocht euer Gulasch auf jeden Fall in einer Gulaschkanone 🙂

In Ungarn gibt es sogar noch Kesselmacher, welche mit diesem Handwerk sehr gut verdienen. Ein echter ungarischer, handgeschmiedeter Kessel beginnt übrigens ab ca.100€. Was in diesem Land oft ein Großteil des Monatslohn ist. Falls ihr Mal in die steirische Thermenregion kommt Urlaub, sind ja ein paar kleine ungarische Grenzübergänge nicht mehr weit entfernt. Ich schwöre, so schnell habt ihr noch nie eine Zeitreise gemacht! 5km nach der österreichischen Grenze beginnt mancherorts eine uralte Welt… Die man einmal erlebt haben muss.

Die Sache mit dem „ECHTEN“ Gulasch und meinen Heulanfällen:

Da ich schon als Kind meine Fleisch „Vögel“ hatte, grauste mir jedes Mal vor dem Rindfleisch. Bei jedem Stück Fleisch und einer noch so kleinen „Flachse“ oder „Sehne“ bekam ich Würgreiz plus Heulanfälle. Niemand sollte meine süßen „Kuhlimutschi“ essen, die ich doch so gerne mit Heu fütterte. Und schon gar nicht ihre Kinder (Kalbsgulasch). Mein Bruder redete mir auch noch ein, dass die „Gulasch Fleischwürfel“ von den Beinen der Tiere kamen. Was zu noch größeren Heulkrämpfen führte und alle anderen am Esstisch verrückt machte. Nach langen Diskussionen gab es endlich nur mehr Erdäpfelgulasch. Des Friedens Willen ♥ Da ich bei einer Schüssel Erdäpfelgulasch endlich die Klappe hielt. 🙂 Für mich ist also ein „echtes Gulasch“ seit meinem 5 Lebensjahr mit  ERDÄPFEL + PAPRIKA + GURKERL – statt Tieren…♥

Ihr Zauberhaften…♥ Hoffentlich konnte ich euch Lust auf eine richtig, schön heiße Schüssel Erdäpfelgulasch machen. Viel Freude beim Vegan Cooking! Ich freue mich auf EURE Kommentare und Herzal bei Instagram, Twitter oder Pinterest…♥

xoxo Jasmin

Altes Foto aus der Blog Anfangszeit mit Handy…♥

Veganes Erdäpfelgulasch mit Bierweckerl


Rezept

Veganes Erdäpfelgulasch


 

4 Personen Shopping Liste

  • 1 kg festkochende Erdäpfel
  • 2 große rote Zwiebeln
  • 2 große Knoblauchzehen
  • 1 roter Paprika
  • 1 paar vegane Debreziner
  • 1 paar vegane Landjäger
  • 2 EL Walnussessig
  • 2-4 EL Tomatenmark
  • 2 EL Mehl
  • 30 g vegane Butter
  • 1- 2 TL geriebenen Kümmel
  • 1- 2 TL Majoran
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1,5 EL Paprikapulver
  • Salz, 1 Suppenwürfe
  • schwarzen Pfeffer
  • ESSIGGURKERL

Zubereitung


  1. Die Erdäpfel, Zwiebeln und Knoblauch schälen.
  2. Erdäpfel in größere und KLEINE Stücke schneiden.
  3. Paprika in kleine Würfel und die Zwiebeln in feine Streifen schneiden.
  4. In einer beschichteten Schmorpfanne, die Butter schmelzen und die Zwiebeln anrösten.
  5. Die gewürfelten Erdäpfel, Paprika, 1 TL Kümmel, 1,5 EL Paprikapulver und das Tomatenmark dazu.
  6. Alles gut verrühren und mit dem Mehl bestauben.
  7. Sofort mit Wasser aufgießen. (So das alle Erdäpfel mit Wasser bedeckt sind PLUS 5 cm mehr) Suppenwürfel, 1TL Majoran, Lorbeerblatt und Essig hinein.
  8. Den Knoblauch hineinpressen.
  9. Nochmals umrühren und alles ohne Deckel ca. 25-40 min. köcheln lassen. Ab und an umrühren.
  10. In der Zwischenzeit, die vegane Landjäger in kleine Würfel und die vegane Debreziner in feine Scheiben schneiden.
  11. Wenn die Erdäpfel weich sind, den Herd ausschalten und die Wurst hinzu geben.
  12. mindestens 30 Minuten ziehen lassen und das Erdäpfelgulasch nochmals mit den restlichen Gewürzen abschmecken.
  13. In einer kleinen Schüssel anrichten – Essiggurkerl fächern und darüber geben!
  14. Mahlzeit
  1. Dazu passt ein veganes Bierweckerl oder Kümmelbrot. Das Gulasch schmeckt am Besten wenn es ein paar Stunden ziehen konnte!
xoxo Jasmin

 

Folge:

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