Veganes Lebkuchen Tiramisu und was Märchen damit zu tun haben!

Veganes Lebkuchen Tiramisu und was Märchen damit zu tun haben!

Heute Morgen wurde ich munter und hatte eine Memo am Handy: „IN 60 TAGEN ist Weihnachten!“ Wowww… Es wird also höchste Zeit, endlich meinen Grinch frei zu lassen. Ich freu mich soooo auf die kommende Advent + Weihnachtszeit! Ab sofort verwandelt sich daher mein/unser Blog in ein Winterwonderland. Ihr zauberhaften Naturwesen – Es ist also endlich soweit! Das erste weihnachtliche Rezept im Jahre 2016 ist ein:

Veganes Lebkuchen Tiramisu!

Mhhh… Dieser Duft ♥ Es riecht einfach innerhalb von Sekunden nach „Kekshimmel“ und Christkind. Zumindest empfinde ich das so… Schon in meiner Kindheit saßen wir ab Ende Oktober täglich in der Stube zusammen und hörten uns vorgelesene Geschichten an. Dazu gab es Kakao und die ersten Weihnachtskekse. Die schmecken einfach genau JETZT am Besten. Ja, ich weiß…Es ist noch Herbst und bis zum Adventkranz binden + Wachskerzen drehen, dürfen noch ein paar Tage ins Land ziehen. Doch wie gesagt – ich wuchs als Grinch auf.

Da ich euch heute so viel zu meinem LIEBSTEN Weihnachtsgebäck erzählen werde, macht es euch ruhig gemütlich. Ich habe mir nämlich für die kommende Zeit etwas TOLLES einfallen lassen. Zu jedem WEIHNACHTLICHEN Beitrag wird es auch Geschichten, Mythen und ein wenig Brauchtum geben. Ja… Der Grinch..♥ 

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Warum Lebkuchen ein ägyptisches Essen ist:

Schiffe aus dem alten Ägypten brachten dieses Aroma zu uns. Erste Rezepte stammen also tatsächlich aus dem Orient und tauchten dort schon 350 Jahre vor Christus auf. Als die ersten Handelsschiffe auf römischen Boden eintrafen, hatten sie diese Kostbarkeit mit an Bord. An Land begannen die weit gereisten Gäste mit der wohlduftenden Gewürzmischung zu handeln. Anfangs kauften die Köche der Könige und Kaiser diese exotische Mischung zusammen, um damit besondere Mehlspeisen zu backen. Bald darauf endeckten auch alle anderen den herrlichen Geschmack und es entwickelten sich die ersten römischen „Lebkuchen Bäckereien“. Die alten Römer waren so begeistert von diesem würzigen Brot, dass es sogar zu Bier, als Fastenspeise oder Osterwecken gereicht wurde.

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Die lange Reise des Lebkuchen:

Es dauerte viele Jahre bis wir Alpenländler in den Genuss dieses Gebäckes kamen. Zuerst wurden unsere deutschen Nachbarn auf den Geschmack aufmerksam. Im 12. Jahrhundert brachten Einwanderer aus Belgien diese Taler mit und überlieferten alte, heimatliche Tradtionsrezepte. Jedoch hatten Herzerl mit Schokoguss damit rein gar nichts zu tun. Es war viel mehr ein „Armuts Essen“ welches schnell den Weg in sämtliche Klöster Deutschlands fand. Dort backten die Nonnen, plus Mönche das Brot für Bettler und verteilten es gratis an Bedürftige. Es wurde sehr schnell beliebt, da es sich lange Zeit hielt und durch die Gewürze wärmte. Das blieb natürlich nicht unbemerkt und so begann sich auch in Österreich eine Lebkuchen Tradition zu entwickeln. Das Salzkammergut hat ja eine lange Salz Handel Geschichte. So sollen auch hier die ersten „Gewürz Tausch Märkte“ stattgefunden haben. Also das weiße Gold der Berge gegen das duftende Gold der Ägypter.

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Was Hänsel und Gretel mit Lebkuchen zu tun haben:

Lange Zeit wurden die verschiedenen Scheiben mit kirchlichen Symbole, Gemälden oder in Form von Ofenkacheln gebacken. Im Jahre 1820 wurden endlich unsere heutigen Lebkuchen erfunden. Leider nicht von uns Österreichern. Die ersten Aachner Printen kamen erstmals mit Rübenzucker und einer Glasur aus den Backöfen. Das veränderte die Lebkuchen Produktion für immer. Zu den kirchlichen Scheiben konnten sich moderne Varianten in Form von künstlerischen Backwerken gesellen. 1812 brachten die Gebrüder Grimm erstmals „Hänsel und Gretel“ auf den Geschichten Markt dieser Welt. Eine alte Hexe die Kinder in einem Haus aus Brot, Kuchen und Zucker festhielt, passte perfekt zum Lebkuchen „Brot“ Teig. Die ersten „Knusper, knusper kneischen – Wer knuspert an meinem Häuschen?“ Hexenhäuser kamen aus den Backöfen. Reichlich verziert und bestückt mit der Geschichte, wurde das süße Backwerk auf Jahrmärkten, Dorffesten usw. verkauft. Von nun an war Lebkuchen kein „Bettlerbrot“ mehr sondern ein köstliches „Must Have“ jeder Familie.

Übrigens… Das Hexenhaus von Hänsel und Gretel soll es wirklich gegeben haben! Es gibt eine tolle Nürnberger Geschichte dazu: Eine junge Frau soll im 16. Jahrhundert irgendwie in den Besitz eines Lebkuchen Rezeptes gekommen sein. Sie begann in ihrer kleinen Hütte im Wald zu backen und verkaufte die Taler am Wochenmarkt. Bald wollten sämtliche Fürsten ihre Backkünste auf allen Festen der Region haben und die junge Frau wurde sehr erfolgreich. Ihr Bruder – selber Bäcker, war so neidisch auf den Erfolg, dass er erzählte, sie sei eine Hexe und verzaubere den Teig, wodurch er so herrlich schmeckte. Als das nichts half, soll er eines Tages  mit seiner Schwester in den Wald gegangen sein und sie in der Nähe ihres Häuschens umgebracht haben. Forscher fanden 400 Jahre später die Knochenreste einer Frau. Daneben lag eine Kiste mit dem Lebkuchen Rezept plus Küchenutensilien. Vergraben im Spessartwald an der Grenze zu Bayern. Eine der ersten Regionen in der tatsächlich im 12. Jahrhundert der Name „Pfefferkuchen“ und das erste mit Zucker überzogene Keks erfunden wurde, war unweit entfernt davon, die Stadt Ulm. Die Gebrüder Grimm haben also, ohne es zu wissen (oder vielleicht doch :-)), eine Teils wahre Geschichte geschrieben… Gruselig oder?

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Warum Österreich und Lebkuchen unzertrennlich sind: 

ZELTE(N)…♥ So sagen wir Österreicher zu Lebkuchen. Es gab früher bei uns sogar den Beruf des „Lebzelter“ Bäcker. Wie oben erwähnt, ist das Salzkammergut unser „offizielles“, österreichisches „Lebkuchen Herz“. Dort gibt es auch den Liebstatt Sonntag. Doch auch die Mühlviertler und wir Mostviertler sind für unseren guten Geschmack bei diesem Teig bekannt. Die weltberühmten Mariazeller Lebkuchen gibt es ebenfalls schon seit dem Jahre 1826. Kein Wunder – Steht dort doch auch eine der berühmtesten Wallfahrtskirchen Österreichs. Im ganzen Kirchenjahr gibt es keine „Brauchtumsreichere“ Zeit als den Advent. Unzählige Sagen, Geschichten und Traditionen bereichern die Tage vor Weihnachten. Einige österreichische Gewohnheiten schaffen es bis heute, Millionen Menschen in unser Land zu locken. Ganz egal in welche Region. Bei genauerem Betrachten haben viele mit Lebkuchen zu tun. Wie der Lebkuchen Nikolaus plus Krampus oder die Lebkuchenkekse als Baumschmuck.

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Warum Lebkuchen zu Weihnachten gehört:

Lebkuchenbrot galt lange als vorweihnachtliche Fastenspeise. Gebacken ohne jeglichen Zucker oder gar Nüssen oder Datteln. Der damit verbundene Brauch stammt von den Bauern. Es wird sich erzählt, dass kurz vor der Bescherung, am Morgen des Hl. Abends, ein kleines Vorweihnachtsfest gefeiert wurde. Sämtliche Knechte und Mägde des Hofes durften an diesem Tag als Gäste in die gute Stube des Hauses. Da den Stallburschen und Bediensteten der Zutritt an allen anderen Tagen strengstens verboten war, galt dies als große Ehre. Die Bauersleute deckten also für ihre Angestellten den Tisch mit kleinen Köstlichkeiten und als Geschenk gab es für alle teuren Lebkuchen. Verziert mit teuersten Lebensmittel, übergossen mit einer Honigglasur und aufwendig ausgestochen. Dieser Bildlebkuchen sollte den Beschenkten Glück und Reichtum bringen. Eingewickelt war das Ganze in fein bestickte Tücher für die Frauen und Leinentaschentücher für die Männer.

Nach und nach wurden auch die Diener bei uns in Österreich wohlhabender. Sie konnten sich irgendwann diese Köstlichkeiten selber leisten. Und nicht nur das! Was lange Zeit ohne Zucker oder Früchten und als Bettlerbrot gehandelt wurde, erlangte dadurch den Status „Weihnachtsgebäck“. 

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Die „Heilig Abend“ Lebkuchen Frühstücks Zelten in unserem Zuhause:

Als ehemaliges Salzkammergut Madl und jetziges Mostviertler Dirndl spielte Lebkuchen daher schon immer eine Brauchtums Rolle in meinem Leben. In meinem Backofen bleibt das Gebäck bis heute in eckiger Form und wird mit Mandeln plus kandierten Früchten verziert. Zusätzlich wird es nach dem Backen in ein Geschirrtuch gewickelt und mit einem Apfel in der Keksdose versteckt. Dort lagerte es einige Wochen, um am Morgen des heiligen Abends als besonderes Schmankerl auf den Tisch zu kommen. Ich gestehe – eine solche Dose gibt es jedes Jahr bei uns Zuhause. Mitte November backe ich extra „Heilig Abend Zelten“, die mein Schatz und ich am 24.12 zum Frühstück schnabulieren. Butter oben drauf und Zimt Kakao zum Eintunken dazu..♥ Als ewige Erinnerung und kleines Dankeschön an viele Stunden mit geliebten Menschen in meiner Kindheit. veganes-lebkuchen-tiramisu-haensel-und-gretel-weihnachten-maerchen-1-von-1

Der wahre Zauber von Lebkuchen:

Meine Oma wuchs sehr „ärmlich“ auf. Für sie gab es lange Zeit kein schöneres Geschenk als selbstgebackenen Lebkuchen, der reichlich verziert war…. Eine befreundete Altenpflegerin erzählt rund um Weihnachten immer vom „Zauber des Lebkuchen“… ♥

Sobald im Altenheim das Aroma dieses Gebäcks durch die Gänge strömt, verändert sich die Atmosphäre. Manche alte Menschen werden traurig, andere glücklich. Manche beginnen Strohsterne zu basteln, andere wollen einfach bei einer angezündeten Kerze aus dem Fenster sehen. Sie verschwinden in Erinnerungen –  Tauchen hinein in viele erlebte Stunden, deren Liebe sämtliche Generationen wachsen ließ. Einer ihrer für mich prägendsten Sätze war: “ Lebkuchen macht die längst vergangenen Tage + Lebensgeschichten alter Menschen spürbar.“

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Ihr Zauberhaften…♥ Ich hoffe, euch ein wenig in die Vorweihnachtszeit entführt zu haben. Ich freue ich schon mega darauf mit euch ganz viele Brauchtümer plus Rezepte teilen zu dürfen. Jetzt würde ich sagen, machen wir uns endlich ein leckeres veganes Lebkuchen Dessert. Womöglich nehmt ihr ja zum Schlemmen ein altes Märchenbuch aus eurem Regal. Reist zurück in die Tage der Gebrüder Grimm und denkt dabei an die abenteuerliche Reise des Lebkuchens. Meines liegt schon vor mir! Also schnappt euch eine Decke, das vegane Lebkuchen Tiramisu und genießt die kuscheligste Zeit des Jahres so richtig. 

Wie immer freue ich mich über eure Kommentare. Oder Herzal auf Instagram –  Twitter und Pinterest…♥

xoxo Jasmin

Veganes Lebkuchen Tiramisu
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Shopping Liste für 4 Portionen
LEBKUCHEN GRUNDTEIG
  1. 200g Vollkornmehl (Weizen)
  2. 10g Backpulver
  3. 30g Kokosblütenzucker
  4. 3 g Lebkuchengewürz (Sonnentor)
  5. 100g Apfelmus
  6. 20g Agavensirup
  7. 20g Rapsöl
  8. 30g Kakao (gesüßtes, veganes Trinkkakaopulver)
TIRAMISU CREME
  1. 1 Becher griechisches Sojajoghurt (Joya)
  2. 1 Packung vegane Schlagcreme
  3. 3 EL Staubzucker
  4. 1 Packung Vanillezucker
  5. Rumaroma
  6. Vanilleöl
  7. 1/8 Liter KALTEN Espresso
  8. 1 Dose Mandarinen Stücke
  9. 2 EL Mandelsplitter
  10. 1 EL Kakaopulver
  11. 4 Weißwein Gläser
Rezept
Lebkuchenteig
  1. Mehl, Backpulver, Kokosblütenzucker, Lebkuchengewürz und Kakao vermischen. Apfelmus, Agavensirup und Rapsöl hinzugeben.
  2. Alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten.
  3. Zu einer Kugel formen, in eine Folie einwickeln und für 30 Minuten in den Kühlschrank geben.
  4. Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  5. Teig zwischen zwei Backpapieren 1 cm dick zu einem großen Rechteck ausrollen.
  6. 8-10 Minuten backen. Nicht länger! Der Teig härtet noch nach.
  7. Sofort nach dem Backen in 2 cm breite und ca. 5 cm lange Streifen schneiden.
Tiramisu Creme
  1. Veganen Schlagobers cremig aufschlagen
  2. Griechisches Sojajoghurt in eine Schüssel geben
  3. Vanilleöl + Rumaroma + Vanillezucker nach Geschmack einrühren. (Nicht zu viel - der Lebkuchen hat ja selber viel Aroma)
  4. Den veganen Schlagobers in die Creme einrühren
  5. Mandarinen Dose abtropfen lassen
Tiramisu schichten
  1. Jeweils 3 Stück Lebkuchen in die Gläser geben. Dabei in kleine Stücke teilen. (Nicht bröseln)
  2. Mit 2-3 EL KALTEN Kaffee beträufeln
  3. 2-3 EL Creme darüber geben und gut andrücken. Das Ganze wiederholen
  4. Nach der zweiten Cremeschicht die Mandarinen in den Gläsern aufteilen
  5. Darauf kommt wieder eine Schicht Lebkuchen - Mit Kaffee beträufeln - Creme darüber - Ins Glas drücken. Und noch einmal.
  6. Die Gläser in den Kühlschrank stellen und mindestens 5 Stunden ziehen lassen. Am Besten über Nacht.
  7. Vor dem Servieren mit Kakao und Mandelsplitte bestreuen
xoxo Jasmin
Dein Homespa http://dein-homespa.com/
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